September 3, 2024

Vergangenheitsformen 

Das Präteritum ist eine deutsche Zeitform, mit der du über Ereignisse in der Vergangenheit sprechen kannst. Sie wird oft auch Imperfekt, erste Vergangenheit oder einfache Vergangenheit genannt.

Du findest das Imperfekt hauptsächlich in schriftlichen Texten, z. B. in Romanen, Zeitungsartikeln oder Briefen. Mündlich wird das Präteritum eher selten verwendet. Beim Sprechen im Alltag wird stattdessen meistens das Perfekt gewählt. Das siehst du an diesem Beispiel:

  • ✍️ schriftlich: Ich lernte etwas Neues. (Imperfekt)
  • 🗣️ mündlich: Ich habe etwas Neues gelernt. (Perfekt)

Perfekt

Das Perfekt ist eine Vergangenheitsform im Deutschen.

Du nutzt das Perfekt vor allem beim Sprechen, wenn du dich zum Beispiel mit Freunden oder deiner Familie über Ereignisse aus der Vergangenheit unterhältst.

Perfekt Zeitform – Bildung

Das Perfekt besteht aus zwei Teilen:

  • Den Hilfsverben haben oder sein im Präsens
  • und dem Partizip II.

Kurz gesagt: haben/sein (im Präsens) + Partizip II

Beispiel: Paul und Sam haben Fangen gespielt. Dabei ist Sam auf die Nase gefallen.

Partizip II

Je nachdem, ob es sich bei dem Vollverb des Satzes im Perfekt um ein regelmäßiges oder ein unregelmäßiges Verb handelt, wird das Partizip II unterschiedlich gebildet. Gleich bleibt nur, dass es immer am Ende eines Satzes steht.

  • Bei regelmäßigen Verben: ge + Verbstamm + (e)tzeigen – gezeigt→ läuten – geläutet
  • Bei unregelmäßigen Verben: ge + (veränderter) Verbstamm + ensingen – gesungen→ laufen – gelaufen
  • Bei Mischverben: ge + veränderter Verbstamm + (e)t→ denken – gedacht

Merke: Bei unregelmäßigen Verben kann sich der Verbstamm im Partizip II ändern (z. B. treffen – getroffen), muss es aber nicht (z. B. braten – gebraten). Bei Mischverben verändert sich der Verbstamm im Partizip II hingegen immer (z. B. können – gekonnt, wissen – gewusst).

  • Verben mit trennbarem Verbzusatz: Einige Verben haben einen Verbzusatz (Präfix), der beim Konjugieren vom restlichen Verb abgetrennt werden kann: vorziehen – ich ziehe es vor. Andere trennbare Verbzusätze sind an–, ab–, hin–, her–. Bei der Bildung des Perfekts hängst du diesen Zusatz an den Anfang der Partizip II-Form: vorgezogen.vorziehen – Er hat es vorgezogen, alleine weiterzuarbeiten.
  • Verben mit nicht-trennbarem Verbzusatz: Bei Verben mit nicht-trennbarem Verbzusatz ist das allerdings nicht möglich. Zum Beispiel bei Verben, die mit be-, emp(f)-, ent-, er-, ge-, miss-, ver- oder zer-anfangen. Dabei wird das ge– im Partizip II einfach weggelassen.→ beantworten – Ich habe dir deine Frage doch schon beantwortet.erzählen – Das hast du mir gar nicht erzählt.
  • Verben mit der Endung -ieren: Auch bei diesen Verben fällt das ge- im Partizip II meistens weg. → probieren – Ich habe noch nie Muscheln probiert.→ spazieren – Wir sind im Park spaziert.