E. M. Remarque - Drei Kameraden

1 Der Himmel war gelb wie Messing (латунь: das Messing) und noch nicht
verqualmt vom Rauch der Schornsteine (не закопченным дымом труб; der Qualm – густой дым, чад). Hinter den Dächern der Fabrik leuchtete (светилось) er sehr stark. Die
Sonne musste gleich aufgehen. Ich sah nach der Uhr. Es war noch vor acht. Eine Viertelstunde zu früh.

2 Ich schloss das Tor auf und machte die Benzinpumpe fertig (подготовил насос /бензоколонки/). Um diese Zeit kamen immer schon ein paar Wagen vorbei, die
tanken (заправиться) wollten. Plötzlich hörte ich hinter mir ein heiseres Krächzen
(хриплое кряхтение; krächzen – каркать; хрипеть, кряхтеть), das klang, als ob (как будто)
unter der Erde ein rostiges Gewinde hochgedreht würde (вывинчивают ржавый винт:
das Gewinde – резьба, нарезка). Ich blieb stehen und lauschte (прислушался).
Dann ging ich über den Hof zurück zur Werkstatt (к мастерской) und machte vorsichtig
(осторожно; die Vorsicht – осторожность) die Tür auf. In dem halbdunklen Raum
taumelte ein Gespenst umher (спотыкаясь, бродило привидение: das Gespenst;
taumeln – шататься, еле держаться на ногах). Es trug ein schmutziges weißes
Kopftuch (платок), eine blaue Schürze (передник), dicke Pantoffeln (туфли,
шлепанцы: der Pantoffel), schwenkte einen Besen (размахивало метлой), wog
neunzig Kilo (весило: wiegen) und war die Scheuerfrau (уборщица; scheuern –
тереть /щеткой, мочалкой/, мыть, скрести) Mathilde Stoß.


3 Ich blieb eine Weile stehen und sah ihr zu. Sie hatte die Grazie eines
Nilpferdes (грацию бегемота: das Nilpferd), wie sie da zwischen den Autokühlern (между
автомобильными радиаторами; kühlen – охлаждать) hin- und hertorkelte (шаталась,
сновала взад и вперед: torkeln – шататься, нетвердо держаться на ногах)
und mit dumpfer Stimme (глухим голосом) das Lied vom treuen Husaren sang. Auf dem Tisch am Fenster standen zwei Kognakflaschen. Eine davon war fast leer. Am Abend
vorher war sie voll gewesen. Ich hatte vergessen, sie einzuschließen.

4 »Aber Frau Stoß«, sagte ich.

5 Der Gesang brach ab (пение оборвалось: der Gesang; abbrechen). Der Besen
fiel zu Boden. Das selige Grinsen erlosch (блаженная ухмылка погасла: erlöschen;
grinsen – ухмыляться). Jetzt war ich das Gespenst. »Jesus Christus –« stammelte
Mathilde (пробормотала) und starrte mich aus roten Augen an (уставилась: jemanden anstarren; starr – неподвижный, застывший).

6 »Ihnen hab ich noch nicht erwartet –«

7 »Kann ich verstehen. Hat's geschmeckt?«

8 »Das ja – aber's is mir peinlich (так неприятно, неловко; die Pein –
мука).« Sie wischte sich über den Mund (утерлась). »Direkt platt bin ich (совсем: «прямо»
ошалела, очень удивлена: platt – плоский; platt sein = überrascht sein) –«

9 »Na, das ist nun eine Übertreibung (преувеличение; übertreiben –
преувеличивать). Sie sind nur voll (пьяны: «полны»). Voll wie eine
Strandhaubitze (пьяны в дым, в стельку: der Strand – пляж; die Haubitze –
гаубица; voll/betrunken/blau wie eine Strandhaubitze sein = völlig betrunken sein)."

10 Sie hielt sich mühsam aufrecht (с трудом держалась прямо). Ihr Schnurrbart
zuckte (усики подрагивали), und ihre Augenlider klapperten (веки хлопали; das
Lid –веко) wie bei einem alten Uhu (как у старой совы: der Uhu – филин). Aber
allmählich gelang es ihr (постепенно удалось: gelingen), klarer zu werden. Entschlossen
trat sie einen Schritt vor. »Herr Lohkamp – Mensch is nur Mensch – erst hab ich nur dran
gerochen (только понюхала это: riechen) – und dann einen Schluck genommen – weil
mir im Magen doch immer so flau is (как-то нехорошо в желудке; flau – слабый,
вялый) – ja, und dann – dann muss mir der Satan geritten haben (видимо, бес
попутал). Man soll ein armes Weib (бедную женщину) auch nicht in Versuchung
führen (вводить в искушение) und die Pulle (бутылку /разг./) stehen lassen.«

11 Es war nicht das erstemal, dass ich sie so traf. Sie kam jeden Morgen zwei
Stunden zum Aufräumen in die Werkstatt, und man konnte ruhig so viel Geld
umherliegen lassen, wie man wollte, sie rührte es nicht an (не прикасалась:
anrühren);


aber hinter Schnaps war sie her (набрасывалась, охотилась) wie die Ratte hinterm
Speck (как крыса на сало: der Speck – /свиное/ сало, шпик).

12 Ich nahm die Flasche hoch. »Natürlich, den Kognak für die Kunden haben Sie
nicht angerührt, – aber den guten von Herrn Köster haben Sie weggeputzt (смели;
putzen –чистить).«

13 Ein Grinsen huschte (усмешка скользнула, мелькнула) über Mathildes
verwitterte Züge (по обветренным чертам /лица/: der Zug). »Alles was recht is – Kenner bin
ich. Aber werden Sie mir verraten (выдадите: verraten – предавать, выдавать); Herr
Lohkamp? Eine schutzlose Witwe (беззащитную вдову; der Schutz – защита,
охрана)?«

14 Ich schüttelte den Kopf. »Heute nicht.«

15 Sie ließ ihre Röcke herunter (опустила /подоткнутые/ юбки: der Rock). »Dann
werd’ ich mir mal verdrücken (смоюсь; drücken – жать, нажимать). Wenn Herr
Köster kommt – heiliges Donnerwetter (боже ты мой, тогда такое начнется; heilig
–священный; Donnerwetter! – Вот это да! Черт побери!)!«

16 Ich ging zum Schrank und schloss ihn auf. »Mathilde –«

17 Sie watschelte eilig heran (поспешно заковыляла ко мне; watscheln – идти,
переваливаясь с боку на бок). Ich hielt eine braune, viereckige Flasche hoch.

18 Protestierend hob sie die Hände. »Das bin ich nich gewesen (это не я
/была/)! Auf Ehre (честью клянусь: die Ehre – честь)! Den hab ich nich angerührt!«

19 »Weiß ich«, sagte ich und goss ein Glas voll ein (налил: eingießen).
»Kennen Sie ihn denn?«

20 »Und ob (еще бы)!« Sie leckte sich die Lippen (облизнула губы). »Rum!
Steinalter (/очень/ старый, выдержанный) Jamaika (ямайский /ром/)!«

21 »Schön. Dann trinken Sie das Glas mal aus!«

22 »Ich!« Sie prallte zurück (отшатнулась; prallen /gegen,auf,an/ – удариться
обо что-то, наскочить, наткнуться). »Herr Lohkamp, das is zu viel! Das sind ja
glühende Kohlen auf mein Haupt (раскаленные угли на мою главу = зачем вы меня
мучаете, пытаете: die Kohle – уголь)! Die olle Stoß (старуха Штосс; olle =
alte) säuft heimlich Ihren Kognak weg (тайно вылакала, выпивает: saufen – пить /о животных/; пьянствовать), und Sie spendieren (/щедро/ угощаете, подносите) ihr da noch einen Rum drauf (сверх того). Sie sind ein Heiliger, sind Sie! Lieber tot, als
so was annehmen (уж лучше умру, чем такое принять)!«

23 »Na?« sagte ich und tat, als ob ich das Glas zurückziehen wollte.


24 »Alsdann (ну, раз уж так; alsdann – затем, потом, тогда)!« Sie griff eilig
zu (быстро схватила /рюмку/; greifen – хватать; bitte greifen Sie zu – угощайтесь,
пожалуйста /разг./). »Man muss das Gute nehmen, wie es kommt. Auch wenn man's
nicht versteht. Zum Wohle (За /Ваше/ здоровье; das Wohl – благо, добро,
благополучие)! Haben Sie vielleicht Geburtstag?«

25 »Ja, Mathilde. Gut geraten (отгадали: raten).«

26 »Was, wahrhaftig (действительно, в самом деле)?« Sie umklammerte meine
Hand (обхватила мою руку, вцепилась в мою руку; die Klammer – скоба, зажим) und
schüttelte sie. »Herzlichsten Glückwunsch! Zaster in Fülle (деньжонок в
изобилии: der Zaster /воровской жарг., по-цыгански: «железо»/)! Herr Lohkamp« – sie wischte sich den Mund, – »ich bin so gerührt (тронута, растрогана, взволнована), – darauf muss ich unbedingt noch einen zwitschern (еще одну пропустить; zwitschern – щебетать;
einen zwitschern – пропустить рюмочку /передает звук высасываемого стакана
водки/). Wo ich Ihnen doch gern hab (я же люблю вас, ведь я вас так люблю) wie
einen Sohn.«

27 »Schön.«

28 Ich schenkte ihr noch ein Glas ein (налил: einschenken). Sie kippte es
herunter (опрокинула) und verließ lobpreisend (восхваляя, превознося, воспевая дифирамбы /кому-либо//высок./: das Lob – хвала + preisen – восхвалять, превозносить) die Werkstatt.